Musialas Zustand und die Reaktionen
Musialas Zustand und die Reaktionen
Jamal Musiala, der Star des FC Bayern München, hat eine „neurologische Dysfunktion“ öffentlich gemacht, die zu „temporär kurz auftretenden, aber gut behandelbaren Absencen“ führt. Diese Absencen, eine Form epileptischer Anfälle, äußerten sich in Zusammenbrüchen auf dem Spielfeld. Innerhalb weniger Tage ereigneten sich zwei solcher Vorfälle: zuerst in einem Testspiel gegen RB Leipzig und dann gegen den 1. FC Heidenheim.
Der 23-jährige deutsche Nationalspieler erklärte in einem Instagram-Post, er sei „sehr optimistisch“ und es bestehe „kein darüber hinausgehendes gesundheitliches Risiko“. Dennoch gab es keine weiteren Informationen zu möglichen Ausfallzeiten oder Einschränkungen. Experten betonen, dass eine Epilepsie in vielen Fällen gut behandelbar ist und Leistungssport auf höchstem Niveau weiterhin möglich sein kann.
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Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern, äußerte am Mittwoch, die Situation stelle „mittelfristig“ ein Problem für den Klub dar. Dies deutet darauf hin, dass die Entwicklung der Behandlung und Musialas Genesung abgewartet werden muss, um zu beurteilen, wie der Klub ohne Gesundheitsgefährdung auf seinen Spieler zählen kann.
Behandlungsmöglichkeiten und sportliche Vorbilder
Absencen sind epileptische Anfälle, bei denen das Bewusstsein kurzzeitig gestört ist und es zu wenigen weiteren Symptomen kommt. Es kann vorkommen, dass der Muskeltonus sinkt und die betroffene Person zusammensackt, wie es auch bei Musiala beobachtet wurde. Zur Behandlung müssen Betroffene regelmäßig ihre Gehirnströme mittels EEG messen lassen, um die Medikation richtig einzustellen.
Ein Neurologe vom Epilepsiezentrum der Uniklinik Freiburg beschreibt, dass bei etwa 85 Prozent der Patienten durch Medikamente vollständige Anfallsfreiheit erzielt werden kann. Selbst wenn dies nicht vollständig gelingt, können die Anfälle meist so reduziert werden, dass sie nur sehr selten auftreten. Die häufigsten Manifestationen treten im frühen Kindesalter und im hohen Lebensalter auf, können aber in jedem Alter auftreten.
Musiala ist nicht der einzige Sportler, der mit einer Form von Epilepsie umgeht. Zahlreiche andere Athleten haben trotz dieser Erkrankung sportliche Erfolge erzielt:
- Jay Bothroyd, ein ehemaliger englischer Fußball-Nationalspieler, litt an Epilepsie, sprach aber erst nach seinem Karriereende darüber. Er berichtete von Leistungseinbußen und einem Autounfall aufgrund der Erkrankung.
- Isco, ein spanischer Fußball-Star, der viermal die Champions League mit Real Madrid gewann, machte seine Epilepsie-Erkrankung 2024 öffentlich. Er nimmt seit vier Jahren nachts eine Tablette und hatte seitdem keine weiteren Anfälle.
- Uwe Haas, ein früherer Kölner Bundesligaprofi, musste seine Profikarriere aufgrund von Epilepsie früh beenden, setzte sich aber später für einen offenen Umgang mit der Krankheit ein.
- Severin Freund, ein Skispringer, der 2014 Olympia-Gold im Team und 2015 den Gesamtweltcup gewann, machte öffentlich, dass er an fokaler Epilepsie leidet.

Weitere Sportler mit Epilepsie, die Erfolge feierten, sind die frühere US-Eishockey-Nationalkeeperin Chanda Gunn (Olympia-Bronze), der ehemalige walisische 400-Meter-Hürdenläufer David Greene (WM- und EM-Titel), der Schweizer Ex-Kunstturner Lucas Fischer (EM-Silber) und die französische Ex-Radsportlerin Marion Clignet (zweimal Olympia-Silber, sechs WM-Titel).

Diese Beispiele zeigen, dass eine Epilepsie, auch im Profisport, kein Karriereende bedeuten muss und gut behandelbar ist. Der Freiburger Neurologe Schulze-Bonhage ist überzeugt, dass die Hirnfunktion zwischen den Anfällen völlig normal ist und man seinem Beruf, auch als Sportler, uneingeschränkt nachgehen kann.

Source: n-tv.de
