(S+) Blackouts des Bayern-Stars: Der Musiala-Schock - Spiegel
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München: Sorge um Bayern-Star Musiala nach wiederholten Blackouts

Wiederholte Vorfälle auf dem Spielfeld

Der deutsche Nationalspieler Jamal Musiala hat in jüngster Zeit zweimal auf dem Spielfeld rätselhafte Anfälle erlitten, was zu Besorgnis um den Spieler des FC Bayern München geführt hat. Die Vorfälle ereigneten sich innerhalb weniger Tage, zunächst in einem Testspiel gegen RB Leipzig und dann erneut am Dienstagabend in der Partie gegen den 1. FC Heidenheim (4:2).

Bei beiden Gelegenheiten brach Musiala kurz nach seiner Einwechslung zusammen. Er wurde jeweils kurz medizinisch behandelt, vom Spielfeld gebracht und anschließend ausgewechselt. Mit- und Gegenspieler bildeten schützend einen Kreis um den am Boden liegenden Profi, während von den Rängen „Musiala“-Rufe zu hören waren, auch aus dem Heidenheimer Fanblock. Obwohl der Offensivstar das Spielfeld eigenständig verlassen konnte, setzte er die Partien nicht fort.

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Jamal Musiala mit dem Münchner Mannschaftsarzt Peter Ueblacker
Jamal Musiala mit dem Münchner Mannschaftsarzt Peter UeblackerFoto: Frank Hoermann / Sven Simon / ddp Credit: spiegel.de

Reaktion des Vereins und Musialas Erklärung

Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, zeigte sich nach den wiederholten Zusammenbrüchen schockiert. Er bezeichnete die Situation als „Drama – speziell für den Jamal“ und betonte die „bedingungslose Unterstützung für Jamal in jeder Hinsicht“. Hoeneß erklärte, dass er mit dem Gedanken an Musiala ins Bett gehe und aufwache. Er räumte ein, dass der Verein angesichts der Situation „ziemlich sprachlos“ sei und erst lernen müsse, damit umzugehen, da man sich darauf nicht vorbereiten konnte.

Musiala selbst äußerte sich am Dienstagabend in den sozialen Medien zu den Vorfällen. Er teilte mit, dass bei ihm „temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt“ wurden, die auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen seien. Er versicherte seinen Fans, dass es ihm gut gehe und er sich in bester medizinischer Behandlung befinde. Laut Hoeneß war dieser öffentliche Post mit dem Verein abgesprochen. Der Verein war über Musialas Probleme informiert, hatte aber nicht mit einer solchen Häufung gerechnet. Es gab eine klare Absprache, dass Musiala nach einem erneuten Vorfall an die Öffentlichkeit treten würde.

Jamal Musiala wird nach seinem
Jamal Musiala wird nach seinem Credit: welt.de

Medizinische Einordnung und zukünftige Schritte

Absencen, ein französisches Wort, das „Abwesenheit“ bedeutet, beschreiben Zustände, in denen Betroffene kurzzeitig „weggetreten“ wirken. Sie sind eine Form epileptischer Anfälle. Nach Angaben des Vereins war der Einsatz Musialas in den beiden Partien ärztlich umfassend abgesprochen und als unbedenklich eingestuft worden. Der Verein erhielt zudem eine schriftliche Erklärung der behandelnden Neurologen, die „keine Bedenken gegen einen Hochleistungssport“ äußerten. Hoeneß merkte an, dass der Verein ohne diese Bestätigung fahrlässig gehandelt hätte und man seitdem „ein bissl ruhiger“ schlafe.

Prof. Dr. med. Christoph Kleinschnitz, Neurologe und Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen, erklärte, dass Absencen eine Netzwerkstörung im Gehirn darstellen, bei der Nervenzellen gleichzeitig aktiv sind. Er betonte, dass es Medikamente gibt, die diese Ionen-Kanäle auf den Nervenzellen regulieren und die Überaktivität der Nervenzellen in Ordnung bringen können. Eine regelmäßige Einnahme der Medikamente kann die Anfälle gut unterdrücken, sodass sie nicht mehr oder nur noch selten auftreten.

Die Frage, ob Musiala bereits im Kader für den Supercup gegen Borussia Dortmund am Samstag stehen kann, bleibt derzeit ungeklärt.

Ein Bild von Univ.-Prof. Dr. med. Christoph Kleinschnitz: Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen
Ein Bild von Univ.-Prof. Dr. med. Christoph Kleinschnitz: Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen Credit: www1.wdr.de

Source: spiegel.de

Sebastian Roth

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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Sportredakteur mit Schwerpunkt Fußball und internationale Wettbewerbe.

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