Hannover 96 erleidet zweite Niederlage im Niedersachsen-Duell gegen Wolfsburg
Hannover 96 hat im ersten Niedersachsen-Duell der 2. Bundesliga seit 30 Jahren eine 1:0-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg hinnehmen müssen. Das entscheidende Tor erzielte Fabian Reese in der 87. Minute per Elfmeter. Für Hannover bedeutet dies die zweite Niederlage im zweiten Spiel der Saison, während der VfL Wolfsburg, ein Erstliga-Absteiger, seinen ersten Saisonsieg feierte.
Das Spiel fand vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften 96-Arena statt. Trotz einer leidenschaftlichen Vorstellung konnte Hannover seine Chancen nicht nutzen. In der 86. Minute führte ein Foul von Jean Hugonet an VfL-Stürmer Robert Glatzel zu einem Elfmeter, den Schiedsrichter Timo Gansloweit sofort verhängte. Reese verwandelte den Strafstoß unten rechts, wobei Hannover-Keeper Leo Weinkauf, obwohl er die richtige Ecke ahnte, den Ball nicht erreichen konnte.
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Chancenverwertung als Problem
Die mangelnde Chancenverwertung war ein wiederkehrendes Problem für Hannover 96, ähnlich wie bereits beim 1:3 gegen Energie Cottbus. In der ersten Halbzeit vergab Maurice Neubauer in der 36. Minute die größte Gelegenheit, als er nach einem Pass von Neuzugang Marcel Hartel alleine vor Wolfsburg-Keeper Jakub Zielinski scheiterte. Der Nachschuss von Mustapha Bundu landete im Außennetz.
Auch in der zweiten Halbzeit blieben die Bemühungen von Hannover erfolglos. Ime Okon köpfte in der 78. Minute eine Ecke von Neubauer aus kurzer Distanz an die Latte. Kurz darauf schoss Benedikt Pichler nur Millimeter am langen Pfosten vorbei. Diese vergebenen Möglichkeiten erinnerten an das Spiel in Cottbus, wo Hannover ebenfalls seine Chancen nicht nutzen konnte.
Auf Seiten des VfL Wolfsburg gab es ebenfalls Gelegenheiten. Yannick Gerhardt in der 25. und 26. Minute sowie Joakim Maehle in der 43. Minute scheiterten jedoch an Leo Weinkauf. Nach der Pause traten für den VfL auch Glatzel in der 63. Minute und Jonas Adjetey in der 83. Minute gefährlich in Erscheinung.

Torwart-Debüt und Trainerentscheidungen
Hannover-Trainer Christian Titz überraschte mit einem Torwart-Wechsel, indem er Leo Weinkauf in seinem ersten Zweitligaspiel einsetzte. Weinkauf, der seit 2018 bei 96 ist und 30 Jahre alt ist, zeigte eine starke Leistung und hielt lange die Null. Er parierte in der 26. Minute gegen Yannick Gerhardt und in der 43. Minute einen Schuss von Joakim Maehle. Gegen den Elfmeter von Reese war er jedoch machtlos.
Marcel Hartel feierte nur wenige Tage nach seiner Verpflichtung sein Startelf-Debüt für Hannover. Kurz vor Anpfiff wurde zudem die Vertragsverlängerung von Torjäger Lars Gindorf bis 2029 bekannt gegeben. VfL-Coach Tobias Strobl nahm im Vergleich zum 0:0 am ersten Spieltag gegen Kaiserslautern drei Änderungen in der Startelf vor, wobei Joakim Maehle, Yannick Gerhardt und Mattias Svanberg für Robert Glatzel, Mathys Angely und Kilian Fischer begannen.
Beide Trainer reagierten im Verlauf des Spiels mit offensiven Wechseln. Strobl brachte zur Pause Glatzel für Fraser Hornby, um die Angriffsbemühungen zu verstärken. Titz wechselte bereits in der 62. Minute mit Benjamin Källman und Benedikt Pichler zwei frische Stürmer ein, um einen Sieg zu erzwingen.
Ausblick für beide Teams
Für Hannover 96 bedeutet die zweite Niederlage einen Fehlstart in die Saison und erhöht den Druck auf Trainer Christian Titz. Nach dem Spiel äußerte sich Titz frustriert: „Wir waren wieder die bessere Mannschaft, haben jetzt aber null statt sechs Punkte auf dem Konto.“ Auch Hartel zeigte sich enttäuscht: „Das ist sehr frustrierend. Wir hatten die besseren Chancen, die wir aber leider nicht gemacht haben.“
Der VfL Wolfsburg hingegen bejubelte seinen ersten Saisonsieg. Verteidiger Hauke Wahl zeigte sich erleichtert und sagte: „Dass das Ding 1:0 ausgeht, ist ein Wunder. Über ein Unentschieden hätten wir uns nicht beklagen können. Das wäre am verdienstesten gewesen.“
Für Hannover steht am kommenden Wochenende, dem 22. August um 15:30 Uhr, ein Pflichtspiel im DFB-Pokal gegen Fünftligist Hemelingen an. Die „Wölfe“ treten am 29. August in Karlsruhe an, während die „Roten“ einen Tag später in Darmstadt gefordert sind.
Source: bild.de
