Drama bei der Staffel um Lückenkemper: Deutsches Team verpasst EM-Finale
Die deutsche 4×100-Meter-Staffel der Frauen hat bei den Europameisterschaften in Birmingham das Finale verpasst. Ein Missgeschick beim letzten Wechsel führte zum Ausscheiden des Quartetts bereits im Vorlauf.
Das Team, bestehend aus Jolina Ernst, Rebekka Haase, Sophia Junk und Gina Lückenkemper, war als amtierender Europameister von 2022 und Bronzegewinner bei der jüngsten WM in Tokio angetreten. Trotz dieser Erfolge konnte die Staffel ihre Leistung in Birmingham nicht wiederholen.
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Wechsel-Drama und Verletzung
Der entscheidende Fehler ereignete sich beim letzten Wechsel von Sophia Junk auf Schlussläuferin Gina Lückenkemper. Lückenkemper war bereits zu schnell angelaufen, als Junk den Staffelstab übergeben wollte. In diesem Moment zog sich Junk eine Verletzung im linken Oberschenkel zu.
„In dem Moment, als ich den Staffelstab übergeben wollte, hat es mir links in den Oberschenkel gezogen“, erklärte Junk. Dieser Schmerz führte dazu, dass sie einen automatischen Sprung nach rechts machte und den Stab nicht mehr druckvoll übergeben konnte. Lückenkemper konnte den Stab nur noch am kleinen Finger erfassen, was das Ende des Rennens für die deutsche Staffel bedeutete.
Die Enttäuschung war groß, und Sophia Junk zeigte sich nach dem Rennen sichtlich betroffen. Gina Lückenkemper tröstete ihre Teamkollegin und betonte die Bedeutung des Zusammenhalts: „Sie ist so eine absolute Bank im Wechsel. Die Tatsache, dass sie mich nur am kleinen Finger erwischt hat – da war klar, da muss irgendwas passiert sein, da stimmt irgendwas nicht. Das ist natürlich super frustrierend. Jetzt schauen wir mal, dass wir Sophia wieder auf die Beine kriegen.“
Teamgeist trotz Rückschlag
Auch Rebekka Haase äußerte sich zu dem Vorfall und hob den Teamgedanken hervor. „Das Motto war: Wir bringen das Ding einmal rum, und am Abend geht es dann ab. Aber so sind halt die Regeln der Staffel, mal geht es gut, mal nicht. Aber es ist wichtig, dass wir als Team agieren. Wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen, und so bleibt das auch heute“, sagte Haase.
Die deutschen Sprinterinnen hatten bereits in den Einzelrennen keine Finalteilnahme erreicht. Die Staffel sollte eigentlich die Möglichkeit bieten, diese Enttäuschung wettzumachen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) betont in seinen Trainingsmaterialien die Wichtigkeit eines präzisen Wechsels, der bei hoher Laufgeschwindigkeit und ohne Blickkontakt erfolgen sollte.

Die deutsche Männerstaffel hingegen qualifizierte sich souverän für das Finale. Das Quartett mit Kevin Kranz, Marvin Schulte, Heiko Gussmann und Lucas Ansah-Peprah erreichte die drittbeste Vorlaufzeit hinter Großbritannien und Italien.
Source: bild.de
