Hannover 96 stellt Trainer Christian Titz frei
Trainerwechsel bei Hannover 96
Hannover 96 hat am Montagabend die Freistellung von Cheftrainer Christian Titz und Co-Trainer André Kilian bekannt gegeben. Die Entscheidung erfolgte nach einer umfassenden Analyse der Mannschaftsentwicklung in den vergangenen Wochen. Titz, der im Jahr 2025 zu Hannover 96 kam, hatte das Team in seiner ersten Saison auf den vierten Tabellenplatz geführt. Trotz einer guten Ausgangslage verpasste die Mannschaft den Aufstieg in die Bundesliga.
In der aktuellen Spielzeit holte Hannover 96 aus den ersten fünf Spielen lediglich vier Punkte und belegt derzeit den 15. Platz in der 2. Liga. Die jüngste 1:2-Niederlage am Freitagabend gegen den 1. FC Nürnberg trug maßgeblich zur Entscheidung bei. Jonas Boldt, Geschäftsführer Sport von Hannover 96, erklärte, dass es dem Team in entscheidenden Momenten an Stabilität und Klarheit gefehlt habe und kein konstantes Leistungsniveau erreicht werden konnte.
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Boldt betonte, dass negative Muster sichtbar geworden seien, die bereits am Ende der Vorsaison erkennbar waren. Er fügte hinzu, dass der Verein in der Verantwortung stehe, für Klarheit zu sorgen, und diese Entscheidung nun die Möglichkeit biete, sich neu zu justieren. Titz bedankte sich beim Klub, den Mitarbeitern und den Fans für die Unterstützung und wünschte der Mannschaft viel Erfolg für die weitere Saison.
Interimslösung und Trainersuche
Interimsweise werden Lars Barlemann, der Trainer der U23, und sein Assistent Christian Schulz die Leitung der Lizenzmannschaft übernehmen. Sie werden von Levent Sürme unterstützt, der zuvor Teil des Trainerstabs von Titz war. Das Trio wird das erste Training nach der Niederlage in Nürnberg am Dienstag um 12 Uhr leiten und soll auch am Sonntag um 13:30 Uhr beim Heimspiel gegen den VfL Bochum auf der Trainerbank sitzen. Nach diesem Spiel folgt eine Länderspielpause.
Die Suche nach einem Nachfolger für Titz läuft auf Hochtouren. Ein heißer Kandidat für den Trainerposten ist Sandro Wagner. Es wurde berichtet, dass Hannover 96 bereits mit dem ehemaligen Trainer des FC Augsburg und Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft verhandelt. Beide Seiten haben diese Verhandlungen bestätigt. Neben Wagner sollen noch zwei weitere Bewerber in Betracht gezogen werden.
Sandro Wagner war zuletzt beim FC Augsburg tätig, wo er in elf Spielen sieben Punkte holte, bevor er Anfang Dezember entlassen wurde. Zuvor war er als Cheftrainer in Unterhaching aktiv, wo er 2023 den Aufstieg erreichte, und als Co-Trainer für die deutsche Nationalmannschaft unter Julian Nagelsmann. Berichten zufolge soll auch der Schweizer Klub FC Basel Interesse an Wagner gezeigt haben. Für den Job bei Hannover 96 müsste Wagner seinen Vertrag in Augsburg auflösen und in der 2. Liga Gehaltseinbußen in Kauf nehmen. Der Verein muss abwägen, ob Wagner eine Chance oder ein Risiko darstellt.
Hintergrund der Entscheidung
Die Entscheidung zur Freistellung von Titz deutete sich bereits am Freitagabend nach der Niederlage in Nürnberg an. Sportboss Jonas Boldt vermied jegliche Rückendeckung für den Trainer und äußerte seine Enttäuschung darüber, dass der Schwung des vierten Tabellenplatzes aus der Vorsaison nicht mitgenommen werden konnte. Er machte deutlich, dass der Verein so nicht weitermachen könne.
Nach einem Krisengipfel, an dem Titz und Sportdirektor Ralf Becker teilnahmen, stand für Boldt fest, dass ein Trainerwechsel notwendig war. Die Freistellung verzögerte sich jedoch, da 96-Patron Martin Kind zunächst zögerte. Parallel dazu intensivierte sich die Suche nach einem neuen Trainer. Boldt fragte am Samstag beim HSV wegen Co-Trainer Loic Favé an, erhielt jedoch eine Absage, woraufhin Wagner an die Spitze der Kandidatenliste rückte.
Christian Titz kam im Sommer 2025 vom 1. FC Magdeburg zu Hannover 96. In seiner ersten Saison verpasste er mit seiner Mannschaft den Aufstieg in die Bundesliga um zwei Punkte. Der Klub strebt seit dem Bundesliga-Abstieg 2019 die Rückkehr ins Oberhaus an. Die aktuelle Platzierung auf Rang 15 nach fünf Spielen zeigt, dass der Start in die neue Saison nicht den Erwartungen entsprach, was letztlich zur Freistellung des Trainers führte.
Source: bild.de
