Aleksander Čeferin schließt Kandidatur als FIFA-Präsident aus
Aleksander Čeferin, Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA), hat eine Kandidatur für das Amt des FIFA-Präsidenten ausgeschlossen. Er werde den amtierenden FIFA-Präsidenten Gianni Infantino nicht herausfordern. Diese Entscheidung gab Čeferin in einem britischen Podcast bekannt.
Čeferin erklärte, dass er kein Interesse an dem Posten habe. Er schätze seine Arbeit bei der UEFA sehr. Zudem sei seine Glaubwürdigkeit höher, wenn er kein Interesse an dieser Position zeige, so der 58-Jährige. Seine Amtszeit als UEFA-Präsident, die er seit 2016 innehat, endet im kommenden Jahr, ebenso wie die von Infantino.
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Strategische Überlegungen und Kritik an Infantino
Der Verzicht auf eine Kandidatur wird als strategischer Schachzug im Machtkampf um die FIFA-Führung interpretiert. Obwohl Čeferin selbst nicht antreten wird, hält er an seiner Forderung nach einer Ablösung Infantinos fest. Er hofft, dass Infantino erkennt, dass ihm die notwendige Unterstützung für eine Wiederwahl fehlt und er von seinem Amt zurücktritt.
Sollte Infantino jedoch zur Wahl antreten, werde die UEFA einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken. Wer dies sein wird, steht laut Čeferin noch nicht fest. Die Frist für die Nominierung von Herausforderern durch die FIFA endet am 18. November.
Infantino steht international in der Kritik, insbesondere seit seine Pläne zur Öffnung des Weltverbandes für externe Investoren gescheitert sind. Diese Pläne, die die Vermarktung von Weltmeisterschaften betrafen, wurden zwar zurückgenommen, führten aber zu großer Entrüstung in der Fußballwelt. Die UEFA hatte daraufhin angekündigt, sämtliche FIFA-Wettbewerbe, einschließlich der Weltmeisterschaften, zu boykottieren.
Čeferin gab an, seit Beginn der Krise innerhalb des Weltfußballverbandes nicht mehr mit Infantino gesprochen zu haben. Er merkte an, dass die FIFA die Haltung einnehme, dass das „arrogante Europa gegen uns“ sei. Čeferin betonte, dass jemand Infantino daran erinnern sollte, dass er Europäer ist und von der UEFA unterstützt wurde.
Suche nach einem Gegenkandidaten
Die UEFA sucht nun nach einem geeigneten Kandidaten, der den Kampf gegen Infantino bei der Wahl am 18. März 2027 in Rabat gewinnen kann. Für einen Sturz Infantinos sind Stimmen aus Nord- und Mittelamerika sowie Asien unerlässlich. Auch möglichst viele afrikanische Voten müssen gewonnen werden. Die Europäer müssen einen weltweit schlüssigen Konsensbewerber präsentieren.
Eine diskutierte Idee ist ein rotierendes System, bei dem jede Konföderation für zwei Jahre den FIFA-Boss stellt. Infantino ist seit 2016 FIFA-Präsident. Trotz der Kritik hat er weltweit noch viele Unterstützer. Er selbst betonte nach einem Treffen mit Vertretern der Caribbean Football Union (CFU) die Aufgabe, den Fußball in jedem Winkel der Welt wachsen zu lassen und die Kluft zwischen großen und kleineren Ländern zu verringern.

Čeferin, der seit zehn Jahren an der UEFA-Spitze steht, hat noch keine erneute Kandidatur für sein aktuelles Amt offiziell angekündigt, möchte aber offenbar bleiben. Der Wahltermin für die UEFA liegt nur zwei Wochen vor der FIFA-Wahl. Um eine vierte Amtszeit zu ermöglichen, müsste er die UEFA-Statuten anpassen, da eigentlich nur drei Amtszeiten erlaubt sind. Dies macht ihn in gewisser Weise angreifbar. Die Wahl des FIFA-Präsidenten findet am 18. März 2027 statt.
Source: zeit.de
